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DFA Ratgeber · Sicher umsetzen

Digitale Gebäudeakte 360°: Was sollten Sie dokumentieren?

EIN GEBÄUDE. VIER FUNKTIONEN.

  • Bestand erfassenRäume und sichtbare Details in 360° dokumentieren.
  • Später messenGeeignete Distanzen und Flächen nachträglich prüfen.
  • Fachbetriebe einbindenFreigegebene Aufnahmen gemeinsam ansehen.
  • Bauphasen nachvollziehenVeränderungen bis zur Fertigstellung festhalten.

Kurz erklärt

Eine digitale Gebäudeakte 360° verbindet Raumaufnahmen, Pläne und wichtige Bauzustände. Sie hilft, den Bestand virtuell anzusehen, geeignete Maße später zu prüfen, ausgewählte Fachbetriebe einzubinden und Veränderungen während der Sanierung nachzuvollziehen. Entscheidend sind ein passender Aufnahmeplan und eine klare Zuordnung der Unterlagen.

Wohnraum mit großen Fenstern, Sitzbereich und offener Küche
Räume und Bauteile werden im Zusammenhang mit dem Vorhaben betrachtet. Symbolbild.

Was gehört in eine digitale Gebäudeakte?

Die digitale Gebäudeakte 360° verbindet die vereinbarten Raumaufnahmen mit Plänen, Detailfotos, technischen Unterlagen und Notizen. Entscheidend ist die Zuordnung: zu welchem Gebäude, welchem Raum und welchem dokumentierten Zeitpunkt eine Information gehört. So entsteht eine Grundlage, die Sie bei der Sanierung und bei späteren Fragen wieder nutzen können.

Am Anfang steht die Bestandsaufnahme. Halten Sie fest, welche Räume und sichtbaren Bauteile aufgenommen werden sollen und welche Unterlagen bereits vorliegen. Je nach Vorhaben sind beispielsweise Technikraum, Heizflächen, Anschlüsse oder sichtbare Besonderheiten wichtig. Eine Aufnahme dokumentiert den erfassten Zustand; sie macht verdeckte oder nicht aufgenommene Bereiche nicht sichtbar.

Kann ich später Maße und Flächen prüfen?

Eine neue Frage muss nicht immer einen weiteren Besichtigungstermin auslösen. Geeignete Distanzen und Flächen lassen sich aus entsprechend erfassten und aufbereiteten 360°-Aufnahmen nachträglich ermitteln. Das kann die Planung und die Vorbereitung eines Angebots unterstützen – etwa wenn eine Wandfläche oder ein räumlicher Abstand noch einmal eingeordnet werden soll.

Dafür braucht es ein geeignetes Aufnahmeverfahren, ausreichende Sicht und die erforderlichen Referenzmaße. Ein gewöhnliches Panoramafoto ist nicht automatisch ein präzises Aufmaß. Sicherheitsrelevante Maße, Passmaße und montagekritische Abstände muss der ausführende Fachbetrieb vor Ort mit einem geeigneten Messverfahren kontrollieren. Welche Messmöglichkeiten und Auswertungen enthalten sind, sollte deshalb im Auftrag stehen.

Wie binde ich Fachbetriebe digital ein?

Mit Ihrer Freigabe können ausgewählte Fachbetriebe die vereinbarten Aufnahmen und Unterlagen virtuell ansehen. Der Heizungsbetrieb kann sich auf den Technikraum vorbereiten, der Elektrofachbetrieb sichtbare Anschlüsse einordnen und die Planung offene Fragen mit den Beteiligten besprechen. Alle beziehen sich dabei auf denselben dokumentierten Bauzustand.

Das erleichtert Rückfragen und die Angebotsvorbereitung. Ob ein zusätzlicher Ortstermin erforderlich bleibt, hängt von Aufgabe und Datenqualität ab. Vereinbaren Sie vorab, wer welche Inhalte erhält, wie der Zugriff erfolgt und was nach Projektende damit geschieht. Projektlinks sollten nur an die vorgesehenen Beteiligten weitergegeben werden. Persönliche Gegenstände und sensible Unterlagen sind bei der Aufnahme mitzudenken.

Welche fünf Bauphasen sind wichtig?

Bei einer Sanierung verändert sich der Zustand des Gebäudes. Eine Bestandsaufnahme allein kann deshalb nicht zeigen, was während der Arbeiten eingebaut oder anschließend verdeckt wurde. Zusätzliche Aufnahmen werden den vereinbarten Bauphasen zugeordnet. Für eine einzelne Maßnahme wählen Sie die relevanten Phasen aus; bei größeren Vorhaben kann eine begleitende Sanierungsakte sinnvoll sein.

Fünf Bauphasen für eine nachvollziehbare Sanierungsdokumentation
BauphaseWas wird festgehalten?Wofür hilft das später?
01 · BestandRäume, Haustechnik und sichtbarer Ausgangszustand.Die Grundlage vor der Veränderung nachvollziehen.
02 · RückbauFreigelegte Konstruktionen, Anschlüsse und sichtbare Schäden.Den geöffneten Bestand und nötige Abstimmungen einordnen.
03 · RohinstallationNeue Leitungswege, Verteiler und technische Einbauten.Den Einbauzustand räumlich zuordnen.
04 · Vor VerschlussSichtbare Installationen vor Putz, Verkleidung oder Estrich.Wichtige Details dokumentieren, solange sie noch sichtbar sind.
05 · FertigstellungAbschlusszustand und vereinbarte Unterlagen.Die Dokumentation geordnet übergeben und wiederfinden.

Warum ist der Termin vor Verschluss so wichtig?

Leitungswege und Anschlüsse lassen sich am besten dokumentieren, solange sie offenliegen. Sobald eine Wand verputzt, eine Verkleidung montiert oder Estrich eingebracht ist, kann eine neue Aufnahme diesen früheren Blick nicht nachholen. Stimmen Sie den Termin deshalb mit dem tatsächlichen Bauablauf und den beteiligten Gewerken ab. Bei Verschiebungen sollte auch der Aufnahmeplan angepasst werden.

Zum räumlichen Überblick können Detailfotos, Beschriftungen und geprüfte Referenzmaße gehören. Sie helfen, einen früheren Bauzustand später wiederzufinden. Die Aufnahme ist jedoch keine Garantie für sichere Bohrpunkte, Tragfähigkeit oder den Zustand verdeckter Bauteile. Vor Eingriffen bleiben die dafür erforderlichen fachlichen Prüfungen notwendig.

Bestand, Sanierung oder Premium: Welcher Umfang passt?

BESTAND schafft eine dokumentierte Ausgangsgrundlage: eine einmalige 360°-Bestandsaufnahme der vereinbarten Bereiche, die Zuordnung vorhandener Unterlagen und die vereinbarten Zugänge und Messmöglichkeiten.

SANIERUNG ergänzt weitere festgelegte Bauphasen. Dabei werden offene Installationen rechtzeitig festgehalten, Freigaben für ausgewählte Fachbetriebe abgestimmt und die Aufnahmen mit den Unterlagen zusammengeführt.

PREMIUM begleitet umfangreiche Vorhaben mit einem abgestimmten Aufnahmeplan über die relevanten Projektphasen, gezielten Terminen vor Verschluss und einer vereinbarten Abschlussdokumentation. Welche Räume, Termine und Auswertungen enthalten sind, legt Ihr Angebot fest. Danach richtet sich auch der Preis.

Was sollte bei Zugriff, Übergabe und Aufbewahrung feststehen?

Eine gute Dokumentation muss später auffindbar und nutzbar bleiben. Klären Sie deshalb vor der Beauftragung die Bereitstellungsdauer, die Zugänge für Eigentümer und Beteiligte sowie mögliche Exporte. Dazu gehört auch, wie Sie Ihre Unterlagen sichern können und was bei Vertragsende oder einem Anbieterwechsel mit den Daten geschieht. Eine unbegrenzte Speicherung ist nicht automatisch enthalten.

Die digitale Gebäudeakte ergänzt Beratung, Planung und Ausführung. Sie ersetzt weder die fachliche Baubegleitung noch die für einen Förderweg erforderlichen Bestätigungen. Ob einzelne Dokumentationsleistungen in Ihrem Vorhaben förderseitig berücksichtigt werden können, ist gesondert zu prüfen; die Gebäudeakte ist keine pauschale Fördervoraussetzung.

Das können Sie jetzt vorbereiten

  • Aufzunehmende Räume, Bauteile und vorhandene Unterlagen festlegen.
  • Die relevanten Bauphasen und den Termin vor Verschluss mit den Gewerken abstimmen.
  • Benötigte Messfunktionen und notwendige Kontrollmaße vor Ort unterscheiden.
  • Festlegen, welche Beteiligten welche Inhalte erhalten.
  • Bereitstellungsdauer, Übergabe und Exportmöglichkeiten im Angebot klären.
  • Bei Planänderungen auch den Aufnahmeplan aktualisieren.

Die Gebäudeakte ergänzt Beratung, Planung und Ausführung. Sie ersetzt keine sicherheits- oder montagekritische Vor-Ort-Prüfung und enthält keine automatische Förderzusage.

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Technische Quellen zum Weiterlesen

Die verlinkten Herstellerinformationen erläutern die technische Funktionsgrundlage. Welche Aufnahmen, Messmöglichkeiten und Zugänge Sie erhalten, legt Ihr DFA-Angebot fest.

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